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Die 70`er Jahre
Im Jahre 1970 wurden die ersten Schritte unternommen. Zum 60jährigen Geburtstag des Vereins im Jahre 1972 lagen die Pläne auf dem Tisch. Um die ermittelten Baukosten in Höhe von 700.000,— DM aufzubringen, startete der Verein eine Hallenbadtombola, um damit auch die Bürger der Stadt an diesem Projekt zu interessieren. Hauptgewinn war ein grüner VW 1300.
Bericht aus der Harke vom 15.09.1971
Neue Initiative soll Hallenbadbau ermöglichen. Nienburger Schwimmclub legt außergewöhnlichen Planungsentwurf vor! Kostenpunkt: 700.000 DM
Die bislang ungelöste (Finanz-)Frage, wie die Stadt Nienburg in absehbarer Zeit vielleicht doch den Bau eines Hallenschwimmbades verwirklichen kann, hat seit zwei Jahren auch den Vorstand des 1. Nienburger Schwimmclubs beschäftigt. Nach elfmonatiger Planungsarbeit mit Architekt Spindler fand man jetzt eine Lösung, die sowohl in technischer wie auch in finanzieller Hinsicht außergewöhnlich ist und daher in den Gremien des Nienburger Stadtparlaments ernsthaft und eingehend geprüft werden sollte. Vor allem überrascht die laut Planungsentwurf veranschlagte Höhe der Baukosten: demnach sollen zur Finanzierung des Projektes nicht mehr als 700.000 DM erforderlich sein. In Anlehnung an den schon im April 1969 gefassten Ratsbeschluss, wonach das Nienburger Stadtbad - günstige Finanzierungsmöglichkeiten vorausgesetzt -gebaut werden soll, sieht der vom NSC-Vorstand mit Architekt Spindler ausgearbeitete Planungsentwurf eine 50 x 24 x 8 m große Traglufthalle vor, die später durch eine feste Halle ersetzt werden kann. Die Traglufthalle überdeckt ein sportgerechtes Schwimmbecken mit sechs Bahnen in der Abmessung 25 x 16 2/3m und ein großes Nichtschwimmerbecken von 8 x 16 2/3m. Damit wäre allein das Nichtschwimmerbecken so groß wie das Gesamtbecken des Liebenauer Hallenbades.
In Massivbauweise sollen den Badeeinrichtungen Umkleide-, Technik- und Hygieneräume mit einer Kapazität für 300 badende Besucher pro Stunde angegliedert werden. Neben den sogenannten Sammelumkleiden für Schulen und andere Gruppen hat man bei der Planung auch an zwei Umkleidemöglichkeiten für Behinderte sowie an zwei Familienumkleiden und zwölf Wechselzellen gedacht. Insgesamt würden den Badebesuchern 340 Garderobenschränke und 150 Kleiderhaken zur Verfügung stehen.
Den neuesten Erkenntnissen moderner Hallenbad-Bauten sollen auch die Filter-, Umwälz- und Behei-zungsanlagen entsprechen. Der NSC-Vorstand und mit ihm alle Mitglieder des Nienburger Schwimmclubs hoffen, dass Rat und Verwaltung der Stadt auf dieser kostensparenden Vorschlagsbasis einen geeigneten Weg - und vor allem eine günstige Möglichkeit der Finanzierung -finden werden, um ohne weiteren langen Zeitverlust den seit Jahren wegen Geld mangels immer wieder in ferne Zukunft hinausgeschobenen Hallenbadbau verwirklichen zu können.
Architekt Spindler leitet auch die Planung des vom Rat der Stadt Rehburg kürzlich beschlossenen Hallenbad-Baues. Diese Schwimmsportstätte in Massivbauweise wird fünf Wettkampfbahnen erhalten. Sie ist etwa zwei Meter kürzer und drei Meter schmaler als das für Nienburg geplante Traglufthallen-Projekt. Mit 1,3 Millionen DM ist der Kostenvoranschlag gleichfalls außerordentlich preisgünstig ausgefallen, obwohl der Rehburger Baugrund voraussichtlich mehr Schwierigkeiten bereiten wird als das in Nienburg neben dem Stadtbad vorgesehene Terrain.
Ende des "Harke"-Berichtes
Rat und Verwaltung der Stadt zeigten Bereitwilligkeit für den Bau eines Hallenbades, jedoch sah man keine Finanzierungsmöglichkeiten.
Endlich war es dann soweit. Über Nacht hatte der Landkreis Nienburg den Beschluss gefasst, auf dem Freibadgelände ein modernes Hallenbad zu errichten. Damit wurden der Stadt die finanziellen Sorgen abgenommen. 1976 konnte den Bürgern das Hallenbad zur Verfügung gestellt werden. Es war gleichzeitig ein Geschenk des Landkreises an die Stadt Nienburg.
Der Schwimmsport bekam einen neuen Aufschwung. Unermüdliche Trainingsarbeit durch Manfred Faltus brachte unerwartete Erfolge, denn endlich konnte man auch in den langen Wintermonaten trainieren.
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